Peppol-ID beantragen: Brauchen deutsche Unternehmen das?
Kurz gesagt: In Deutschland schreibt das Gesetz für Rechnungen zwischen Unternehmen keinen bestimmten Übermittlungsweg vor – E-Mail genügt [1]. Eine Peppol-ID brauchen Sie also nicht zwingend. Sie kann sinnvoll sein, wenn Sie viele Rechnungen an Behörden schicken oder Kunden im Ausland (z. B. Belgien) Rechnungen über das Peppol-Netzwerk verlangen.
Frist: Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz E-Rechnungen ausstellen, alle übrigen ab 2028 [1]. Ob das für Sie gilt, erklärt die Seite E-Rechnung Pflicht 2027.
Was ist Peppol?
Peppol ist ein internationales Netzwerk zum Austausch elektronischer Geschäftsdokumente. Unternehmen sind darin über eine Peppol-ID adressierbar und angeschlossen über einen Dienstleister (Service Provider mit Access Point) [2][3]. In Deutschland ist die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) im Auftrag des IT-Planungsrats die nationale Peppol Authority [2].
Brauche ich eine Peppol-ID?
| Situation | Peppol nötig? |
|---|---|
| Rechnungen an deutsche Unternehmen | nein – E-Mail, Portal oder andere Wege sind erlaubt [1] |
| E-Rechnungen empfangen | nein – ein E-Mail-Postfach genügt [1] |
| Rechnungen an Bundesbehörden | ein möglicher Weg neben Weberfassung, Upload und E-Mail [4] |
| Kunden in Ländern mit Peppol-Pflicht (z. B. Belgien) | oft ja, je nach Kunde |
So bekommen Sie eine Peppol-ID
Unternehmen beantragen die ID nicht bei einer Behörde, sondern lassen sich über einen Peppol Service Provider registrieren. Dafür gibt es laut E-Rechnung Bund zwei Wege [3]:
- Einen bestehenden Service Provider nutzen (kostenpflichtig). Viele Buchhaltungsprogramme und Rechnungsdienste arbeiten mit solchen Anbietern zusammen und richten die Registrierung für Sie ein.
- Eigene Mitgliedschaft bei OpenPeppol und Aufbau eines eigenen Access Points (kostenpflichtig) – nur für große Volumen oder Softwareanbieter sinnvoll.
Achten Sie bei der Wahl darauf, ob der Anbieter auch empfangen kann und ob Sie die Registrierung bei einem Wechsel mitnehmen können.
Welche Kennung wird zur Peppol-ID?
- 9930 + Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (z. B. 9930:DE123456789) oder 0088 + GLN für Absender an Bundesbehörden [3].
- 0204 + Leitweg-ID für öffentliche Auftraggeber: Die Verwaltung nutzt die Leitweg-ID als Peppol-ID [2][3]. Die Leitweg-ID Ihres Auftraggebers finden Sie in den Vertragsunterlagen oder erfragen sie dort [3]. Im B2B-Bereich brauchen Sie keine Leitweg-ID [1].
- GEBA (German Electronic Business Address): ein neues Adress-Schema auf Basis der Wirtschafts-Identifikationsnummer, das in der Peppol-Codeliste als Schema 0246 geführt wird [6]; die Nutzung ist freiwillig [5].
Rechnungen an den Bund über Peppol
Die Bundesverwaltung nimmt E-Rechnungen zentral über die OZG-RE entgegen; dort sind Weberfassung, Upload, E-Mail und Peppol möglich [4]. Die Registrierung an der OZG-RE ist kostenlos und derzeit für alle Kanäle erforderlich [3]. Über Peppol adressieren Sie die Behörde mit 0204 und ihrer Leitweg-ID [3].
Prüfen, ob ein Unternehmen schon erreichbar ist
Mit unserer Peppol-ID-Suche prüfen Sie, ob eine Umsatzsteuer-ID oder Leitweg-ID im Peppol-Netzwerk registriert ist und über welchen Dienstleister. Dabei wird nur die eingegebene Kennung abgefragt.
Weiter: Software-Vergleich · E-Rechnung empfangen
„Peppol“ wird hier nur beschreibend verwendet; wir sind nicht mit OpenPeppol verbunden. Keine Rechts- oder Steuerberatung. Alle Angaben mit Quelle, geprüft am 6. Oktober 2026.
Quellen
- BMF: Fragen und Antworten zur E-Rechnung (Stand März 2026) (geprüft am )
- KoSIT: Peppol in Deutschland (geprüft am )
- E-Rechnung Bund: Übertragungskanal Peppol (geprüft am )
- E-Rechnung Bund: OZG-RE und Übertragungskanäle (geprüft am )
- KoSIT: GEBA – German Electronic Business Address (geprüft am )
- OpenPeppol: Peppol-Codelisten, Participant Identifier Schemes v9.7 (0246; Englisch) (geprüft am )
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